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NZ 350 Spezifikationen

Die neue NZ Baureihe wurde mit zwei Modellen, einer 250 ccm und einer 350 ccm Ausführung erstmalig im Händler-Rundschreiben vom 28. Dezember 1937 angekündigt. Ein weiteres Mal wurde das baldige Erscheinen der NZ Reihe im Rundschreiben vom 28. März 1938 bekannt gegeben. Die tatsächliche Auslieferung der ersten NZ erfolgte jedoch erst im November 1938.

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Zu diesem Zeitpunkt hatte die Firma bereits erste Erfahrungen mit einer Verknappung des verfügbaren Materials gemacht - während ursprünglich ein Seitenständer und ein geschlossener Kettenkasten zu Serienlieferumfang gehören sollten wurden die ersten Maschinen ohne diese Ausstattung ausgeliefert. Der Kettenkasten wurde auch niemals in die Serienfertigung aufgenommen.

                   
 
Ursprünglich war auch vorgesehene die seitlichen Tankflächen Verchromung zu verchromen. Kurz vor der ersten öffentlichen Präsentation der NZ Baureihe auf der Kaiserdamm-Ausstellung im Februar 1938 wurde die Verwendung von Chrom auf Motorradtanks untersagt. DKW entschied sich daher, die Tankflächen stattdessen mit Aluminium zu beschichten und diese Beschichtung zu polieren.  

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Die neue NZ Baureihe war das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung der Entwicklungsabteilung der DKW Werke. Der revolutionäre Pressstahl Hauptrahmen - „Zentralkastenrahmen" - ein glattflächiger, moderner Motorblock, Vierganggetriebe und ein neuer Startmechanismus waren die wesentlichen Merkmale dieser neuen für den zivilen Markt konzipierten Maschine. Ein Meisterstück der Ingenieurskunst war - wie gesagt - der Hauptrahmen: aus zwei tiefgezogenen Stahlblech - Halbschalen wurde er elektrisch verschweißt. Unglücklicherweise benötigte dieser Vorgang so viel elektrische Energie, daß dieser Produktionsvorgang nur nachts, wenn der Strombedarf aller anderen Verbraucher im Netz gering war, durchgeführt werden konnten.                    

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Ursprünglich war beabsichtigt, die NZ Baureihe mit einer Hinterradfederung auszuliefern. Intensive Erprobungen wurden durchgeführt und man entschied sich für eine Konstruktion, die bereits durch den italienischen Hersteller Benelli patentiert war. Als klar wurde, daß Lizenzzahlungen an Benelli unausweichlich geworden wären, verzichtete man aus Kostengründen vollständig auf eine Hinterradfederung. Nichts desto trotz wurden 1100 NZs mit Hinterradfederung gefertigt - sie wurden jedoch ausschließlich an staatliche Organisationen wie das NSKK geliefert... Gegen Ende des Jahres konnte für einen Mehrpreis von 40,00 RM auch eine „Geländeversion" der NZ bestellt werden. Diese verfügte über eine hochgelegte Auspuffanlage, Achsen mit „Schnellwechselgriff" und einen Schutz für die Lichtmaschine - aber nicht über eine Geländebereifung!!
 
      
 
Ab 1939 schließlich war die NZ auch in einer Behörden - Version lieferbar, aus der sich später das Modell NZ 350/1943 schließlich die NZ 350-1 entwickelte.

Im Juni 1940 wurde der Heckrahmen der NZ um 40 mm gekürzt (ab Rahmennummer 582559), wodurch der Soziussitz um 4 mm angehoben wurde. Zu Produktionsbeginn wurde ein Spulenkasten der Ausführung Sp12A, der eine Blindbohrung für einen Zündschlüssen aufwies, verbaut, der jedoch ab Anfang 1940 von der neuen Ausführung Sp12R abgelöst wurde. Es sind zwei unterschiedliche Ausführungen der Auspuffanlage bekannt, jeweils von den Herstellern Leistritz und Eberspächer. Die letztgenannten sind an dem breiteren Fischschwanz- Endstück erkennbar. Sowohl die von DKW selbst hergestellten Framo Fahrersättel als auch ein neuer Pagusa - Typ kamen zum Einbau. Ebenfalls zwei Hersteller lieferten die Zündlichtschalter - HASAG lieferte einen Schalter mit einem etwas längeren, aus Aluminium gegossenen Zündschlüssel, während Hella, ab Ende 1939, einen Press-Blech Schlüssel verwendete.

Anfang 1941 wurde die Produktion der NZ 250 eingestellt und die NZ 350 wurde ausschließlich nur noch für den militärischen Einsatz gebaut (ab Fgst.-Nr. 595200 nur noch NZ 350). Gleichzeitig wurde das Getriebe verstärkt und die Übersetzung geändert um ein besseres Fahren in der Kolonne zu ermöglichen. Diese Getriebe können durch die Buchstaben VG („verstärktes Getriebe"), die im Gehäuse eingeschlagen wurden, identifiziert werden und wurden ab Motornummer 1180601 verbaut.

Im Laufe des Krieges wurde das Produktionsprogramm der Firma, daß ursprünglich diverse Modelle von 125 bis 500ccm umfasste, auf zwei Modelle beschränkt: Die NZ350/NZ350-1 und die RT 125. Die NZ 350 wurde zur militärischen Nutzung freigegeben und wurde das „mittlere Kraftrad 350ccm" im Beschaffungsprogramm der Wehrmacht. In den Firmenunterlagen wird dieses Modell als NZ 350-1 bezeichnet.


Technische Daten

Motor luftgekühlt 346cc, 1-Zyl, 2-Takt
Leistung 11.5 PS/4000 Upm
Bohrung/Hub 72/85 mm
Verdichtung 5.7:1
Steuerung schlitz
Vergaser Amal M 76/426, Bing AJ 2/24, Graetzin H 24; 24 mm
Elektrik 6 Volt
Sekundärantrieb Kette
Länge 209 cm
Breite 75 cm
Sattelhöhe 70 cm
Radstand 1355 mm
Bodenfreiheit 12 cm
Getriebe 4-Gang
Schaltung Fuß- und Handschaltung
Rahmen  Pressstahl, ungefedert
Gabel Parallelogram
Gewicht 145 kg (Aluminium Motorblock)
Bremsen Trommel/Trommel
Höchstgeschwindigkeit 105 km/h 
Reifen 3.25 – 19;
Tankinhalt 14 Liter 
Benzinverbrauch 3.3 Liter /100 km 

Gesamt Produktionsmenge 45 300 Stk
Baujahre 1938 - 1943